Laktoseintoleranz bei Babys

Laktoseintoleranz versus Kuhmilchallergie: Was sind die Unterschiede?

Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen: Die Symptome einer Laktoseintoleranz ähneln den Beschwerden, die ein Kind bei einer Kuhmilchallergie belasten. Die beiden Krankheitsbilder weisen in ihrem Ursprung jedoch einen deutlichen Unterschied auf. Hier erfahren Sie, was es mit der Unverträglichkeit gegen Laktose auf sich hat und weshalb es sich bei Babys dennoch meist um eine Kuhmilchallergie handelt.

Was ist eine Laktoseintoleranz?

Laktose, auch Milchzucker genannt, ist ein natürlicher Bestandteil von Milch. Er besteht wiederum aus den zwei Einfachzuckern:

  • Traubenzucker (Glukose)
  • Schleimzucker (Galaktose)

Nach dem Verzehr von Milchprodukten teilt das Enzym Laktase, das sich im Dünndarm befindet, die Laktose in die beiden Bestandteile1. Nur so kann der Körper die Kohlenhydrate aus der Milch verwerten und verdauen.

Von einer Laktoseintoleranz beziehungsweise Laktoseunverträglichkeit – umgangssprachlich auch Milchunverträglichkeit oder Milchzuckerunverträglichkeit – sprechen Mediziner, wenn der Dünndarm nur in geringem Maße oder gar nicht über das Enzym Laktase verfügt. Das führt dazu, dass die Laktose ungeteilt in den Dickdarm gelangt. Dort ansässige Bakterien zersetzen sie, woraufhin bei der Gärung Gase entstehen, die zu Beschwerden wie Bauchweh oder Blähungen führen.

Laktoseintoleranz: Wie unterscheidet sie sich von einer Kuhmilchallergie?

Im Gegensatz zur Laktoseintoleranz spielt bei einer Kuhmilchallergie , auch Milcheiweißallergie oder Milchallergie genannt, das Immunsystem eine essenzielle Rolle. Besteht eine Allergie, kommt es durch ein bestimmtes Allergen zu einer Überreaktion des Abwehrsystems. Handelt es sich bei der Erkrankung um eine Kuhmilchallergie, stuft der Körper eigentlich unbedenkliche Eiweiße als „fremd“ ein und versucht, sie zu bekämpfen. In den industrialisierten Ländern leiden mehr als zwei Prozent der Kinder an dieser Allergie2.

Symptome: Wie äußert sich eine Laktoseintoleranz?

Folgende Symptome sind unter anderem Anzeichen einer Laktoseunverträglichkeit:

  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Blähungen

Wie stark die Beschwerden auftreten, hängt von der aufgenommenen Menge an Laktose beziehungsweise der Funktion des Verdauungsenzyms ab. Ist es gar nicht vorhanden, äußert sich die Intoleranz deutlich stärker als bei Menschen, die über ein reduziertes Maß an Laktase verfügen.

Besonders im Magen-Darm-Bereich ähneln die Symptome einer Laktoseintoleranz denen einer Kuhmilchallergie. Das Krankheitsbild einer Allergie auf Kuhmilch ist jedoch deutlich diverser. So können zudem beispielsweise Beschwerden wie Reflux und Neurodermitis auftreten.

Betroffene: Kann Ihr Baby eine Laktoseintoleranz haben?

Zeigen sich Symptome wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall bei einem Säugling, sollten Sie nicht direkt auf eine Laktoseunverträglichkeit schließen. Für Babys ist die Verdauung von Milchzucker in der Regel kein Problem. Dies hat auch einen Grund: Verglichen mit Kuhmilch enthält Muttermilch deutlich mehr Laktose. Säuglinge verfügen deshalb normalerweise von Geburt an über eine hohe Laktaseaktivität. Treten entsprechende Anzeichen bei einem Baby auf, handelt es sich somit meist eher um eine Kuhmilchallergie. In der Regel verschwindet die Allergie im Laufe der Zeit wieder.

Das Verdauungsenzym kann sich mit fortschreitendem Alter allerdings reduzieren. So treten die Symptome einer Laktoseintoleranz überwiegend bei Erwachsenen auf und begleiten sie in der Regel ein Leben lang. Dennoch können auch Kinder betroffen sein – meist jedoch erst ab dem Kleinkind- beziehungsweise Schulalter

Äußern sich bei einem Baby vermeintliche Anzeichen einer Milchunverträglichkeit wie Durchfall, Bauchschmerzen oder Blähungen, handelt es sich häufig eher um eine Kuhmilchallergie als eine Laktoseunverträglichkeit.

Erste Hinweise kann unser Test liefern – er ersetzt den Besuch beim Kinderarzt jedoch nicht! Der Fachmann kennt das Kind genau und kann die richtige Diagnose und eine entsprechende Behandlung verordnen. Handelt es sich um eine Kuhmilchallergie bei Babys, empfehlen Experten in den meisten Fällen eine non-allergene Spezialnahrung oder Formelnahrungen mit extensiv hydrolysiertem Eiweißanteil.

Diagnose Laktoseintoleranz: Wie testet man die Krankheit?

Besteht ein Verdacht auf Milchunverträglichkeit, führt der Arzt einen Milchzuckerbelastungstest durch. Entscheidend sind dabei unter anderem die Werte des Blutzuckers sowie der Wasserstoffgehalt im Atem. Der Mediziner misst die jeweiligen Daten bevor und nachdem das betroffene Kind eine Milchzuckerlösung zu sich genommen hat. Ist eine Laktoseintoleranz ursächlich für die Beschwerden, verändert sich der Blutzuckerspiegel nicht und die Menge an Wasserstoff nimmt deutlich zu.

Die Untersuchung zeigt auch, wie viel Milchzucker Ihr Kind verträgt. Je nachdem ist eine milchzuckerfreie oder -arme Ernährung meist die Lösung. Ein Fachmann rät Ihnen abhängig vom Ergebnis zu einer individuellen Behandlung.

Um Beschwerden einer Laktoseintoleranz, wie flüssigen Stuhlgang oder Bauchschmerzen nach dem Trinken von Milch, zu reduzieren, genügt laktosefreie Babynahrung oftmals nicht. Nach Absprache mit dem Kinderarzt eignen sich dafür meist milchfreie, non-allergene Spezialnahrungen.

1Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V.: Milchzucker-Unverträglichkeit. URL: https://www.bgv-laktose.de/milchzucker.html (04.09.2019).

2European Centre für Allergy Research Foundation (ECARF): Kuhmilchallergie. URL: https://www.ecarf.org/info-portal/allergien/kuhmilchallergie/ (04.09.2019).

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