Neurodermitis bei Babys

Neurodermitis und Ernährung – besteht ein Zusammenhang?

Es gibt bei Babys oft eine Verbindung zwischen allergischen Erkrankungen und Nahrungsmitteln – am häufigsten ist dies der Fall bei Neurodermitis und Kuhmilch. Die entzündliche Hauterkrankung tritt meistens bereits in den ersten Lebensmonaten auf und wird häufig durch die Ernährung beeinflusst. Eltern von betroffenen Kindern bemerken oft, gerade bei Milchnahrung, dass sich die Neurodermitis des Kleinen verschlimmert. Warum das so ist und mehr über die beiden Erkrankungen haben wir hier zusammengefasst.

Hauterkrankung Neurodermitis:

Komplett gelöst ist das Puzzle noch nicht, doch Forscher finden mittlerweile immer mehr passende Teile über die Vorgänge im Körper. Klar ist, dass Veränderungen im Immunsystem sowie spezielle Auslöser (Trigger) eine große Rolle bei der Ausbildung der Erkrankung spielen. Zu den häufigsten Triggern zählen Allergene (führen zur allergischen Reaktion) der Ernährung, die bereits bei Babys zur Ausprägung der nicht-ansteckenden Neurodermitis (atopisches Ekzem) führen. Aus diesem Grund liegt bei Säuglingen mit einem atopischen Ekzem oft auch eine Kuhmilchallergie vor.

Ernährung als Auslöser der Neurodermitis

Eine entzündete Haut mit häufig starkem Juckreiz ist charakteristisch für Neurodermitis. In 85 Prozent der Fälle macht sie sich bereits bei Neugeborenen im ersten Lebensjahr durch Milchschorf bemerkbar1. Neben der genetischen Veranlagung gehören auch bestimmte Reize zu den Ursachen von Neurodermitis. Wussten Sie, dass zum Beispiel Milch als Allergieauslöser für die entzündliche Hauterkrankung verantwortlich sein kann?

Weitere mögliche Trigger sind:

  • Eier
  • Nüsse
  • Fisch
  • Hausstaubmilben
  • Pollen
  • Schimmelpilzsporen
  • Stress
  • Infektionen (zum Beispiel eine Erkältung)
  • Reizstoffe wie Schweiß, Reinigungsmittel
  • Klimafaktoren

Doch zurück zur Milch, da diese gerade bei den Kleinsten eine wichtige Rolle spielt. Circa zwei bis drei Prozent aller Kinder in Industrieländern leiden an einer Kuhmilchallergie, die sich neben Verdauungsbeschwerden unter anderem auch durch Ekzeme äußert2.

Mehr zu den Kuhmilchallergie-Symptomen

Liegt beim Baby eine Kuhmilchallergie vor, erkennt das Immunsystem das Eiweiß der Milch als „fremd“ und reagiert mitunter heftig darauf. Bei Flaschenkindern ist hier die Säuglingsnahrung ursächlich, da in ihr Milchproteine enthalten sind. Auch gestillte Kinder können eine solche Allergie entwickeln, wenn die Mutter Milchprodukte zu sich nimmt und über die Muttermilch an das Baby weitergibt.

Besitzt Ihr Kleines eine Veranlagung für Neurodermitis, kann die Ernährung – in diesem Fall Milch – ein Auslöser der Symptome sein. Sie sind sich nicht sicher, ob Ihr Säugling an einer Kuhmilchallergie leidet? Machen Sie den Test. Er kann Hinweise über eine vorliegende Milcheiweißallergie liefern, ersetzt aber keine ärztliche Untersuchung.

Was hilft gegen Neurodermitis, ausgelöst durch eine Kuhmilchallergie?

Oftmals lindert schon eine Ernährungsanpassung die juckenden Hautstellen, sofern die Ernährung bei der Bildung von Neurodermitis eine Rolle spielt. Wenn Eiweiße von Milch und Milchprodukten verantwortlich für die Symptome sind, sollten sowohl die Säuglingsanfangsnahrung als auch Mamas Ernährung bei gestillten Kindern keine Milch mehr enthalten.

Therapie bei Kuhmilchallergie

Non-allergene Spezialnahrung, die kein Milcheiweiß enthält, können Sie dem Baby zur Unterstützung oder als kompletten Ersatz füttern. Lassen Sie sich hier am besten von einem Kinderarzt beraten.

Zusätzlich zur Vermeidung der Allergie-Verursacher, zum Beispiel in der Ernährung, können entzündungshemmende Cremes, eine Lichttherapie und Medikamente gegen Neurodermitis beim Baby Einsatz finden. Hierfür ist der Kinderarzt der richtige Ansprechpartner.

 

1Dr. Renz-Polster, Herbert, Dr. Menche, Nicole, Dr. Schäffler, Arne. Gesundheit für Kinder. München. Kösel-Verlag. 2015. S. 382.

2Koletzko, S., Niggemann, B., Friedrichs, F., & Koletzko, B. (2009). Vorgehen bei Säuglingen mit Verdacht auf Kuhmilchproteinallergie. Monatsschrift Kinderheilkunde, 157(7), 687-691. (29.08.2019).

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