Mutter hält babyhand

Baby mit Bauchweh? Das kann dahinterstecken

Ihr Kind weint und zieht die kleinen Beine vor allem nach dem Stillen Richtung Bauch? Wahrscheinlich leidet Ihr Baby an Bauchweh. Die Ursachen für Bauchschmerzen bei Säuglingen können sehr unterschiedlich sein und von einer Regulationsstörung, über Infektionen bis hin zu einer Kuhmilchallergie reichen. Um das Baby gerade nach dem Stillen schnell von den Bauchschmerzen zu befreien, eignet sich oftmals eine besondere Liegeposition zum Bäuerchen machen. So kann überschüssige Luft entweichen. Aber auch Bauchmassagen oder der Fliegergriff sind geeignete Methoden, damit es den Kleinen bald wieder besser geht.

Hier kommen Sie direkt zum Thema:

Wie erkennen Sie Bauchschmerzen beim Baby?

Gerade in den ersten Lebenswochen weinen Babys sehr oft. Das macht es für Mama und Papa häufig schwer, die Bedürfnisse der Kleinen richtig zuzuordnen. Vor allem, wenn sie den Eindruck haben, dass ihr Kind Schmerzen hat, fühlen sich frischgebackene Eltern oft hilflos. Aber keine Sorge, achten Sie auf die Körpersprache Ihres Babys – dadurch lassen sich auch Bauchschmerzen als Ursache erkennen.

Welche Anzeichen deuten auf Bauchweh beim Baby hin?

  • plötzliches und schrilles Schreien
  • gekrümmte Haltung, Beine ziehen Richtung Bauch
  • angespannte, harte Bauchdecke
  • Verweigerung der Nahrungsaufnahme

Ein weiterer Hinweis: Häufig haben Säuglinge nach dem Fläschchen beziehungsweise dem Stillen Bauchweh oder bekommen die ersten Beschwerden bereits während des Trinkens.

Wenn neben Bauchweh folgende Symptome bei Ihrem Baby auftreten, suchen Sie sofort einen Arzt auf:

  • Koliken, die mit Schweiß auf der Stirn einhergehen
  • anhaltende oder immer wiederkehrende Durchfälle
  • wiederholtes Erbrechen
  • Blut im Stuhl
  • hartes Bäuchlein
  • Schmerzen bei Berühren des Bauches
  • Wachstumsstillstand
  • Gewichtsverlust oder -stagnation

Möglicherweise steckt dann eine schwerwiegendere Erkrankung hinter den Beschwerden. Außerdem muss das Baby in solchen Fällen behandelt und vor Austrocknung geschützt werden.

Warum leidet mein Baby an Bauchweh?

Eine Kolik beim Baby gehört zu den Hauptbeschwerden der ersten Lebensmonate. Der Grund: Der kleine Darm ist während der Schwangerschaft noch weitgehend inaktiv. Nach der Geburt muss sich zunächst die Darmflora aufbauen und der Darm reifen – bis dahin ist das Verdauungsorgan noch sehr sensibel gegenüber verschiedenen Einflüssen. Während sich der Darm anpasst, ist es daher nicht ganz ungewöhnlich, dass Babys an Bauchschmerzen leiden. Dennoch gibt es auch zahlreiche andere Ursachen, die Beschwerden im Bäuchlein auslösen können. 

Kuhmilchallergie

Bei einer Kuhmilchallergie erkennt das Immunsystem des Kindes das Eiweiß der Milch als „fremd“, woraufhin sich die Darmschleimhaut entzünden kann. Auch andere Milcheiweiße, zum Beispiel die der Ziegenmilch, sind mögliche Auslöser der Allergie. Circa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung leiden im Säuglings- und Kleinkindalter an einer Kuhmilchallergie.

Achtung, Verwechslungsgefahr!

Viele Menschen setzen eine Kuhmilchallergie mit einer Laktoseintoleranz gleich. Allerdings sind dies zwei unterschiedliche Erkrankungen. Während bei einer Kuhmilchallergie das Milcheiweiß ein Problem darstellt, fehlt Menschen mit einer Laktoseintoleranz ein Enzym, welches für die Verwertung des Milchzuckers zuständig ist.

Nicht nur Flaschenkinder, sondern auch Babys, die gestillt werden, können eine Kuhmilchallergie entwickeln. Nimmt die Mutter über ihre Ernährung Milch oder Milchprodukte zu sich, sind Spuren davon in der Muttermilch zu finden, die zu einer Sensibilisierung beim Kind führen können.

Wenn Ihr Kind an einer Kuhmilchallergie leidet, macht sich das in der Regel innerhalb der ersten Lebensmonate bemerkbar. Circa die Hälfte aller betroffenen Kinder kann mit einem Jahr wieder Kuhmilchprodukte zu sich nehmen, bei 90 Prozent ist die Kuhmilchallergie im Alter von sechs Jahren überstanden. Ob die Beschwerden unmittelbar nach der Milchaufnahme oder erst nach einigen Stunden auftreten, ist von Kind zu Kind verschieden.

Doch wie äußert sich eine Kuhmilchallergie?

Zu den betroffenen Organsystemen, die durch das überaktive Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen werden, zählen die Haut, der Magen-Darm-Trakt und die Atemwege:

 

Tabelle Symptome Kuhmilchallergie

Die Symptome einer Kuhmilchallergie nach Aufnahme von Milcheiweiß äußern sich am häufigsten durch Reaktionen der Haut aber auch durch Beschwerden des Magen-Darm-Traktes oder der Atemwege. Manchmal betrifft die allergische Reaktion mehrere Organe auf einmal, zum Beispiel mit Hautausschlag und Durchfall. Wenn auch sehr selten, reagieren manche Kinder mit einem lebensgefährlichen anaphylaktischen (allergischen) Schock.

Wenn Ihr Kind Anzeichen einer Kuhmilchallergie zeigt, ziehen Sie einen Arzt zurate. Er ist in der Lage, zum Beispiel durch Haut- und Bluttests sowie mittels einer Eliminationsdiät festzustellen, ob Milcheiweiß vom Immunsystem des Kindes als „fremd“ erkannt wird.

Diagnose

Außerdem kann er Ihnen die Behandlung einer Kuhmilchallergie erläutern, die zum Beispiel spezielle Babynahrung vorsieht.

Regulationsstörung

Ab dem Tag der Geburt setzt sich der Darm von Neugeborenen jeden Tag mit neuen Einflüssen wie verschiedenen Nährstoffen und Keimen auseinander. Bis sich der Darm nahezu komplett an seine neuen Aufgaben angepasst hat, vergehen in der Regel drei bis vier Monate. In dieser Zeit leiden Babys häufig an Bauchweh, vor allem beim Trinken und abends. Diese sogenannten Regulationsstörungen (umgangssprachlich bekannt als 3-Monats-Koliken) äußern sich meist dadurch, dass Ihr Säugling aufgrund von Bauchschmerzen am Nachmittag mit dem Schreien beginnt und sich bis zum Abend oder sogar bis in die Nacht nicht beruhigt. Starke Unruhe, eine verkrampfte Haltung, ein Überstrecken nach hinten, wildes Strampeln und Blähungen beim Baby sind außerdem Anzeichen einer 3-Monats-Kolik.

Magen-Darm-Infektionen

Wenn Babys an Bauchschmerzen leiden, kann die Ursache auch ein Magen-Darm-Infekt sein, ausgelöst durch Viren oder Bakterien. Dies ist häufig gar nicht so leicht von anderen Magen-Darm-Beschwerden abzugrenzen. Es kommt möglicherweise zu Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfen oder Übelkeit.

Zusätzlich fallen oft eine ungewöhnliche Färbung des Stuhls, ein beißender Geruch und eine sehr häufige Darmentleerung auf. In vielen Fällen werden die Beschwerden auch durch Fieber begleitet. Treten solche Symptome auf, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Er kann eine genaue Diagnose stellen und die richtige Behandlung einleiten. 

Unverträglichkeiten gegenüber Bestandteilen der Muttermilch

Stillen ist die beste Ernährung für Babys. Solange Mamas stillen, sollten sie ganz besonders auf ihre Ernährung achten – gerade dann, wenn das Baby an Bauchweh leidet. Denn es ist möglich, dass Säuglinge empfindlich auf diverse Nahrungsmittel reagieren. Beispiele für Nahrungsmittel, die Unverträglichkeiten auslösen können, sind:

  • Kohl
  • Hülsenfrüchte
  • Knoblauch

Ein Verzicht auf diese Lebensmittel während der Stillzeit kann oft eine Besserung der Bauchschmerzen herbeiführen.

Die Zwillinge heute

Erfahrungsbericht

„Nach ca. 1 Monat hatten unsere Zwillinge immer wieder starkes Bauchweh. Es wurde viel geschrien und sie hatten extrem harten, schleimigen Stuhlgang.“

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Baby mit Bauchweh – was hilft?

Wenn die Kleinen vor Bauchschmerzen weinen, leiden Eltern meistens mit. Um Linderung zu verschaffen und Ihr Baby zu beruhigen, ist liebevolles Herumtragen schon ein guter Anfang. Doch es gibt weitere Tipps, die das Bäuchlein beruhigen können.

Fliegergriff

Die Trageweise unterstützt Ihr Kind dabei, dass es Luft leichter abgeben kann. Und das Beste: Der Griff ist einfach anzuwenden. Auch die Nähe zu Mama und Papa wirkt bei vielen Babys schon wie ein kleines Wunder. Der Fliegergriff sieht folgende Position vor: Nehmen Sie Ihr Kind sanft hoch und legen Sie es mit dem Bauch auf Ihren Unterarm. Wenn es Ihnen zu schwer wird, können Sie die Haltung mit dem anderen Arm unterstützen. Wichtig ist, das Köpfchen des Babys mit der Ellenbeuge zu sichern. Zusätzlich sollten Ärmchen sowie Beinchen links und rechts an Ihren Arm herunterhängen, um eine gute Position zu erhalten. Leichtes streicheln sowie hin- und herbewegen fördert das Abgehen von Luft.

Bäuerchen auslösen

Besonders, wenn Ihr Baby nach der Flasche oder dem Stillen oder beim Trinken an Bauchweh leidet, ist es wichtig, ihm zwischendurch und nach dem Füttern zu einem Bäuerchen zu verhelfen, damit geschluckte Luft über die Speiseröhre und den Mund wieder entweichen kann. Die bekannteste Position ist das „Über-die-Schulter-legen“. Der Kopf des Babys schaut dabei über Ihre Schulter. Sanftes Klopfen auf den Rücken sowie kreisendes Streicheln fördern das Bäuerchen. Legen Sie am besten ein Spucktuch über Ihre Schulter, denn ab und zu könnte auch ein bisschen Milch den Weg nach oben finden.

Bauchmassagen

Nähe und Berührung allein beruhigen manchmal schon das weinende Baby. Zusätzlich kann sanftes Massieren des kleinen Bäuchleins helfen, unangenehme Blähungen des Babys zu lösen und den Bauch zu entspannen. Kreisen Sie mit zwei Fingern im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel Ihres Kindes, um die Luft aus dem Darm zu schieben. Geben Sie ein paar Tropfen Kümmelöl auf Ihre Finger und massieren Sie es ein – es kann besonders bei Blähungen einen beruhigenden Effekt haben.

Wärme

Wenn Ihr Baby an einer Kolik leidet, ist Wärme sehr wohltuend und kann einen krampfenden Bauch entspannen. Am besten eignen sich hierfür kleine Babywärmflaschen oder Kirschkernkissen. Legen Sie diese einfach auf den Bauch Ihres Babys. Achten Sie allerdings darauf, dass der Gegenstand nicht zu heiß ist. Dafür prüfen Sie die Temperatur am besten zuerst an Ihrem Handgelenk.

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