Baby mit Hautausschlag

Ekzem beim Baby – das müssen Sie wissen

“So weich wie Babyhaut” – den Satz haben die meisten schon einmal gehört. Und im Prinzip ist das natürlich richtig. Doch nicht selten machen sich auf der zarten Säuglingshaut, vor allem im Gesicht, Rötungen oder gar Schuppungen breit. Bei Babys beginnt solch ein Ekzem meist mit dem dritten Lebensmonat und kann einige Monate oder sogar bis zum zweiten Lebensjahr andauern1. Wie sich das Säuglingsekzem äußert und was eine Kuhmilchallergie damit zu tun haben kann, erfahren Sie hier.

Gesicht, Wange, Hals: Hier tauchen Ekzeme beim Baby auf

Ein Ekzem auf der weichen Haut des Babys ist meist eindeutig zu erkennen: Rötliche Bereiche, die oft erhaben, trocken, rissig oder schuppig erscheinen, werden mitunter begleitet von starkem Juckreiz. Auch Bläschenbildung und nässende Stellen sind möglich.

Sehr häufig betrifft ein Ekzem folgende Körperstellen des Babys:

  • Gesicht, vor allem die Wangen
  • Hals
  • Kopfhaut (auch bekannt als Milchschorf)
  • Außenseite der Gliedmaßen

Achten Sie vor allem darauf, ob sich Ihr Baby versucht zu kratzen oder weinerlich und unruhig ist – dies deutet in der Regel auf ein Ekzem hin. In seltenen Fällen können auch nicht juckende Ausschläge beim Baby entstehen.

Ein weiterer wichtiger Hinweis ist der Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme. Verschlimmern sich die Hautveränderungen und der Juckreiz nach dem Stillen oder dem Fläschchen mit Säuglingsnahrung, kann möglicherweise eine Kuhmilchallergie dahinterstecken.

Was passiert bei einer Kuhmilchallergie?

Formen und Ursachen des Ekzems beim Baby

Die gute Nachricht zuerst: Tritt die entzündliche Hautveränderung im Säuglingsalter auf, stehen die Chancen gut, dass sie mit den Jahren wieder verschwindet. Nicht zuletzt hängt das Ekzem in vielen Fällen mit einer Kuhmilchallergie zusammen, die in 90 Prozent der Fälle bis zum Schulalter wieder abklingt2. Dennoch sind Eltern im ersten Moment verständlicherweise aufgeregt, und fragen sich, was es mit den Rötungen auf sich hat. Es gibt bei Babys unterschiedliche Arten des Ekzems und auch die Ursachen können variieren.

  • Atopisches Ekzem: Dabei handelt es sich um die häufigste chronische Hauterkrankung, oft auch als Neurodermitis bezeichnet. Bei der eigenständigen Erkrankung zeigt die Haut eine gestörte Barrierefunktion auf und reagiert übermäßig auf verschiedenste Auslöser. Viele betroffene Kinder haben eine Allergie und reagieren infolge von Nahrungsmitteln mit einem atopischen Ekzem. Daneben ist ebenfalls eine genetische Veranlagung an der Entstehung der Erkrankung beteiligt.Circa 60 Prozent der Babys mit atopischem Ekzem erkranken im ersten Lebensjahr, bei den meisten heilt die Krankheit spätestens in der Pubertät3 ab. Babys, die an einem atopischen Ekzem leiden, können zudem im Laufe des Lebens von Asthma oder Heuschnupfen betroffen sein4,5.
  • Toxische und allergische Kontaktekzeme: Beide Formen entstehen durch einen Auslöser, der von außen auf die Haut trifft. Bei der toxischen Ausprägung handelt es sich beispielsweise um Chemikalien, während beim allergischen Ekzem von Duft- bis Farbstoffen vieles infrage kommt. Das Immunsystem reagiert überempfindlich, die Hautbarriere verändert sich, wodurch Entzündungen auf der zarten Babyhaut erscheinen.
  • Seborrhoisches Ekzem: Die genauen Gründe der Erkrankung sind nicht bekannt. Sie können sowohl genetischer Natur sein als auch durch äußere Ursachen wie Reibung durch Kleidung oder eine Besiedlung mit Hefepilzen entstehen. Da es besonders häufig am Kopf vorkommt, wird es auch als Kopfgneis bezeichnet.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Kind an einem Ekzem leidet oder welche Art vorliegt, suchen Sie den Kinderarzt auf. Er hat dafür einen guten Blick und kann Ihnen auch wichtige Tipps zur Behandlung geben.

Kuhmilchallergie und Neurodermitis – besteht ein Zusammenhang?

Auffällig ist, dass Kinder mit Neurodermitis oft auch eine Nahrungsmittelallergie aufweisen. Am häufigsten kommt dann eine Kuhmilchallergie vor, bei der das atopische Ekzem nicht selten zu den Symptomen zählt. Kuhmilchbestandteile in der Muttermilch oder in der Säuglingsnahrung können dann zur Verschlimmerung von Juckreiz und Rötungen beitragen oder diese erst auslösen. Eine Behandlung des Ekzems beim Baby sollte in diesem Fall durch Verzicht auf Kuhmilch und unter Einsatz einer sicheren Spezialnahrung erfolgen. Lassen Sie sich hier vom Kinderarzt beraten.

1Fritsch, Peter: Dermatologie & Venerologie für das Studium. Heidelberg: Springer Medizin Verlag 2009. S. 104.

2Koletzko, S., Niggemann, B., Friedrichs, F., & Koletzko, B. (2009). Vorgehen bei Säuglingen mit Verdacht auf Kuhmilchproteinallergie. Monatsschrift Kinderheilkunde, 157(7), 687-691.

3Ebd. S. 102.

4Chirurgie Portal: Ekzem beim Baby oder Kleinkind – was sind die Ursachen und wie wird es behandelt? URL: https://www.chirurgie-portal.de/haut-dermatologie/juckflechte-ekzem/ekzem-baby-kleinkind.html (26.08.2019).

5Lungenärzte im Netz: Neurodermitis kann auch Asthma machen. URL: https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/neurodermitis-kann-auch-asthma-machen/ (27.08.2019).

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