Stillen bei Kuhmilchallergie

Stillen bei Kuhmilchallergie – das sollten Mamas beachten

Von einer Kuhmilchallergie sind in etwa drei Prozent aller Babys betroffen1. Dabei erkennt der kleine Körper ein Eiweiß in der Milch als „fremd” und will es daraufhin bekämpfen. Das Immunsystem wird überaktiv, was zu verschiedenen Beschwerden der Haut, Atemwege oder des Verdauungstrakts führen kann. Ist eine Milcheiweißallergie auch bei gestillten Babys möglich, die doch offensichtlich keine Kuhmilch zu sich nehmen? Die Antwort lautet „Ja“ und liegt in der Ernährung der Mutter begründet. Erfahren Sie mehr zum Thema „Stillen bei Kuhmilchallergie”.

Zusammengefasst:

Nimmt die Mama Milch oder Milchprodukte zu sich, sind Bestandteile davon ebenfalls in der Muttermilch zu finden. Deshalb sollten stillende Mütter, die ein Baby mit Verdacht auf Kuhmilchallergie haben – nach Rücksprache mit dem Kinderarzt – für einen bestimmten Zeitraum eine Ernährungsumstellung ohne Milch und Milchprodukte durchführen.

Milcheiweißallergie trotz Stillen – wie geht das?

Aufgrund ihrer idealen Nährstoffzusammensetzung ist Muttermilch die beste Nahrung für eine optimale Entwicklung des Babys. Zusätzlich enthält sie Antikörper, die dem Schutz vor Infektionen dienen. Auch Allergien werden bei gestillten Kindern weniger oft beobachtet.

Doch das ist nicht immer der Fall: Manchmal können auch voll gestillte Babys trotz der nahrhaften Muttermilch eine Kuhmilchallergie entwickeln. Denn alles, was Sie als Mutter zu sich nehmen, ist ebenfalls – zumindest Bestandteile davon – in der Muttermilch enthalten. So ist es möglich, dass der Säugling beim Stillen mit Eiweißen der Kuhmilch, die die Mama getrunken oder in Milchprodukten gegessen hat, in Kontakt kommt.

Im Idealfall gewöhnt sich das Immunsystem des Kindes sofort an die Eiweiße. Allerdings ist es auch möglich, dass das noch nicht vollständig entwickelte Abwehrsystem das Milcheiweiß als „fremd“ erkennt. Die Folge sind möglicherweise allergische Beschwerden, wie

Mehr zu den Symptomen einer Kuhmilchallergie

Bemerken Sie eines der Anzeichen bei Ihrem Baby, suchen Sie einen Kinderarzt auf. Er kann die richtige Diagnose stellen und Ihnen alle Behandlungsmöglichkeiten einer Milcheiweißallergie näherbringen – egal, ob Sie stillen oder Ihr Baby mit der Flasche füttern.

Tipp: Vermerken Sie am besten alle Symptome in einem Tagebuch und nehmen Sie es mit zum Arzt. Die gesammelten Infos unterstützen die Diagnosestellung.

Baby durch Stillen ernähren trotz Kuhmilchallergie

Der Kinderarzt vermutet bei Ihrem Säugling eine Kuhmilchallergie? Dann sollten Sie selbst 10 bis 14 Tage komplett auf Milch und Milchprodukte verzichten, um eine korrekte Diagnosestellung zu ermöglichen2. Das Stillen bei einer Kuhmilchallergie kann dann – insofern eine dauerhafte Ernährungsumstellung stattfindet – weiter durchgeführt werden.

Da allerdings auch nur Spuren von Milchbestandteilen Beschwerden auslösen können, ist eine sehr exakte Auswahl der Nahrungsmittel essenziell. Erstellen Sie sich am besten einen Ernährungsplan, in dem Sie Lebensmittel ohne Milch festhalten und Ihre Mahlzeiten planen. In unserem „Handzettel Kuhmilcheiweißallergie bei gestillten Kindern“ können Sie mehr Informationen darüber erhalten, was bei der Ernährungsumstellung zu beachten ist.

Wenn sich die Symptome Ihres Babys in der Zeit der Umstellung verbessern, liegt ziemlich sicher eine Kuhmilchallergie vor.

Wenn der Verzicht auf Kuhmilch nicht ausreicht

Möglich ist es allerdings auch, dass trotz Ernährungsanpassung der Mutter keine eindeutige Diagnose stattfinden kann und sich die Beschwerden des Kindes nur wenig bessern. In diesem Fall empfiehlt der Arzt, Ihr Baby eine Zeit lang (circa ein bis zwei Wochen) mit einer geeigneten Spezialnahrung, wie zum Beispiel einer sog. non-allergenen Spezialnahrung, die vollkommen frei von Milchbestandteilen ist (Nahrung, die keine Kuhmilcheiweiße enthält), zu füttern.

Pumpen Sie die Muttermilch während dieser Zeit ab. Das ist wichtig, um den Milchfluss aufrecht zu erhalten. Trotz der milchfreien Ernährung stellt sich keine Linderung der Symptome ein? Dann liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Kuhmilchallergie vor. Verbessern sich aber die Beschwerden, ist von einer Allergie auszugehen.

Wichtig!

Alle Maßnahmen zur Diagnosestellung und Therapie sollten Sie in jedem Fall mit Ihrem Kinderarzt besprechen. Ob die Symptome Ihres Babys möglicherweise auf eine Kuhmilchallergie hindeuten, können Sie mit dem Kuhmilchallergie-Test eingrenzen. Dieser ersetzt allerdings keine medizinische Fachmeinung.

Wenn das Stillen unter Ihrer Lebensmittelumstellung fortgesetzt werden kann und Sie keine Spezialnahrung (Milchersatz) für Ihr Baby benötigen, ist es wichtig, sich qualifizierten Rat einer Ernährungsberatung einzuholen. Erstellen Sie gemeinsam einen Ernährungsplan. Ihr Kinderarzt verweist Sie bei Bedarf an entsprechende Stellen. So stellen Sie sicher, dass Sie und Ihr Baby mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt werden.

Weiter Infos zur Behandlung einer Kuhmilchallergie

1European Centre for Allergy Research Foundation: Kuhmilchallergie. URL: https://www.ecarf.org/info-portal/allergien/kuhmilchallergie/ (29.08.2019).

2Koletzko, S., Niggemann, B., Friedrichs, F., & Koletzko, B. (2009). Vorgehen bei Säuglingen mit Verdacht auf Kuhmilchproteinallergie. Monatsschrift Kinderheilkunde, 157(7), 687-691.

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